Fluorocarbon kaufen – abriebfest, dehnungsarm und beinahe unsichtbar
Fluorocarbon-Angelschnüre, oft kurz als FC-Schnüre bezeichnet, sind eine spezielle Form der monofilen Schnur. Sie bestehen aus dem synthetischen Polymer Polyvinylidenfluorid (PVDF) und stellen eine technologische Weiterentwicklung klassischer Polyamid- oder Nylonschnüre dar. Aufgrund ihrer besonderen physikalischen Eigenschaften wurden sie gezielt für den Angelsport entwickelt – insbesondere für Situationen, in denen Tarnung, Sensibilität und Abriebfestigkeit gefragt sind.
Material, Herstellung und Sichtbarkeit von Fluorocarbon
Fluorocarbon wurde in den 1970er-Jahren, hauptsächlich in Japan, erstmals für Angelschnüre eingesetzt und hat sich seit den 1990er-Jahren weltweit etabliert.
- Material: Grundlage ist Polyvinylidenfluorid (PVDF) – ein thermoplastischer Fluorpolymer-Kunststoff, der auch in der chemischen Industrie und als Beschichtungsmaterial verwendet wird.
- Herstellung: Wie bei monofilen Nylonschnüren erfolgt die Produktion im Extrusionsverfahren. Dabei wird das PVDF-Granulat erhitzt, durch feine Düsen gepresst und anschließend zu einem homogenen Strang abgekühlt und gestreckt.
- Optische Eigenschaften: PVDF besitzt einen Lichtbrechungsindex von etwa 1,42, der dem von Wasser (1,33) sehr ähnlich ist. Dadurch reflektiert Fluorocarbon unter Wasser kaum Licht und erscheint nahezu unsichtbar – ein entscheidender Vorteil beim Fischen auf scheue Arten in klarem Wasser.
Besonderheiten und Funktionen von Fluorocarbon-Schnüren
Die spezifischen Materialeigenschaften von PVDF definieren die Leistungsfähigkeit und Einsatzgebiete dieser Schnurart:
Unsichtbarkeit und Tarnung
Durch den nahezu wasserähnlichen Lichtbrechungsindex ist Fluorocarbon unter Wasser fast unsichtbar. Das reduziert die Scheuchwirkung und macht sie ideal für klares Wasser und vorsichtige Fischarten.
Dichte und Sinkverhalten
Mit einer Dichte von etwa 1,78 g/cm³ ist Fluorocarbon deutlich schwerer als Wasser (1,0 g/cm³) und sinkt dadurch schnell und kontrolliert ab. Diese Eigenschaft erleichtert das Fischen in der Tiefe oder mit Grundmontagen.
Dehnung und Sensibilität
Fluorocarbon dehnt sich weniger als Nylon und ermöglicht so eine bessere Bisserkennung sowie eine direktere Köderkontrolle. Dennoch besitzt es eine gewisse Restdehnung, die im Drill als natürlicher Puffer wirken kann – besonders vorteilhaft in Kombination als Vorfach mit geflochtener Hauptschnur.
Robustheit und Haltbarkeit
- Abriebfestigkeit: Fluorocarbon ist extrem abriebfest und widersteht Kontakt mit Muschelbänken, Steinen oder Holzstrukturen deutlich besser als viele andere Schnurtypen.
- UV-Beständigkeit & Wasseraufnahme: Es ist UV-stabil und nimmt kein Wasser auf, wodurch die Schnur lange haltbar bleibt und ihre Tragkraft über längere Zeit nahezu unverändert behält. Sie altert also deutlich langsamer als Nylonschnur.
Verwendungszwecke und Varianten von Fluorocarbon-Angelschnüren
Je nach Angeltechnik und Anforderung wird Fluorocarbon in unterschiedlichen Formen eingesetzt:
Fluorocarbon als Vorfachmaterial
Dies ist die klassische und bis heute wichtigste Verwendung.
Zweck: Es wird verwendet, um eine hochtragfähige, aber gut sichtbare Hauptschnur (meist geflochten) mit dem Köder zu verbinden, wobei der kritische Bereich in Gewässerkontakt nahezu unsichtbar und zudem abriebfest wird.
Merkmale: In dieser Rolle wird Fluorocarbon beim Meeresangeln oft in kürzeren Längen und eher steifen Ausführungen verwendet, da die Abriebfestigkeit hier im Vordergrund steht. Für das Spinnfischen ist die geringe Sichtbarkeit wichtig, und beim Raubfischangeln im Allgemeinen wird es in dickeren Durchmessern als Schlagschnur eingesetzt, um Zähnen und Kanten zu widerstehen.
Fluorocarbon als Hauptschnur
In speziellen Fällen wird Fluorocarbon auch als Hauptschnur auf der Rolle eingesetzt.
- Zweck: Besonders beim Grundangeln oder Feinangeln auf scheue Fische, wo Sichtbarkeit minimiert und sinkende Eigenschaften gewünscht sind.
- Merkmale: Dafür werden weichere, geschmeidigere PVDF-Formulierungen verwendet, um die Wurfeigenschaften zu verbessern. Diese Varianten sind technisch aufwendiger und meist teurer.
Hybrid-Variante (Fluorocarbon-beschichtete Schnur)
Neben reinem Fluorocarbon gibt es auch Fluorocarbon-beschichtete Monofile.
- Unterschied: Nur die äußere Schicht besteht aus PVDF, während der Kern aus Nylon gefertigt ist.
- Zweck: Diese Hybride vereinen die Knotenfestigkeit und Geschmeidigkeit von Nylon mit der Abriebfestigkeit und Tarnwirkung von Fluorocarbon. Sie sind günstiger, erreichen aber nicht die vollständigen Eigenschaften einer reinen Fluorocarbon-Schnur.
Fazit: Fluorocarbon – unsichtbare Stärke unter Wasser
Fluorocarbon ist die perfekte Verbindung aus Tarnung, Haltbarkeit und Sensibilität. Seine nahezu unsichtbare Erscheinung macht es zum unverzichtbaren Vorfachmaterial für alle Situationen, in denen Fische vorsichtig reagieren. Durch seine hohe Abriebfestigkeit, UV-Stabilität und geringe Dehnung bietet es dem Angler maximale Kontrolle und Sicherheit – ob beim feinen Spinnfischen, beim Grundangeln oder beim Meeresangeln.
Wer seine Montage unauffällig und robust gestalten möchte, kommt an Fluorocarbon-Schnüren kaum vorbei.
















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