Aalangeln – Methoden, Angelgerät und Zubehör
Das Aalangeln ist eine faszinierende und spezialisierte Form der Angelei, die sich auf den Europäischen Aal (Anguilla anguilla) konzentriert. Dieser außergewöhnliche Fisch ist bekannt für seine nachtaktive Lebensweise, seine versteckten Aufenthaltsorte und seine einzigartige Fortpflanzungswanderung in die Sargassosee. Geangelt wird hauptsächlich in den wärmeren Monaten – bevorzugt in den Abend- und Nachtstunden. Aale lassen sich in vielen Süßwasserhabitaten fangen: in Flüssen, Kanälen, Seen und auch in Brackwasserzonen wie Flussmündungen.
Erfolgreiches Aalangeln erfordert Geduld, ein gutes Gespür für Standplätze und Fressverhalten – sowie eine robuste Ausrüstung, die dem kräftigen Drill und der besonderen Beschaffenheit des Körpers vom Aal gerecht wird.
Spezifische Merkmale des Aalangelns
Aale stellen spezielle Anforderungen an die Angeltechnik – durch ihre Lebensweise, ihren Körperbau und ihr Verhalten:
- Nachtaktive Räuber: Aale sind dämmerungs- und nachtaktiv. Deshalb liegt die Hauptangelzeit zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht – oft auch darüber hinaus.
- Versteckte Lebensräume: Sie bevorzugen strukturreiche Gewässerabschnitte mit Kraut, Wurzeln, Totholz, Steinschüttungen oder Uferbefestigungen. Köder sollten gezielt an solchen Hotspots platziert werden.
- Vielfältige Nahrung: Aale sind Allesfresser – von Würmern über Insektenlarven, Krebstiere und kleine Fische hin zu Aas. Diese Vielseitigkeit macht eine breite Auswahl an Ködern sinnvoll.
- Feiner Geruchssinn: Aale orten ihre Beute fast ausschließlich über den Geruch – stark riechende Naturköder sind daher besonders fängig.
- Kraftvoller Drill: Im Drill flüchten Aale gern in Hindernisse oder winden sich um die Schnur. Ihr schleimiger Körper erfordert besondere Vorsicht beim Landen und Abhaken.
Erfolgreiche Methoden beim Aalangeln
Die Fischerei auf Aal erfolgt fast ausschließlich in Grundnähe – mit klassischen Grundmontagen oder als Posenmontage:
Grundangeln mit Festblei
Die verbreitetste Methode. Der Köder liegt stationär auf dem Grund, fixiert durch ein Festblei. Bisse werden über die Rutenspitze oder elektronische Bissanzeiger erkannt. Besonders effektiv in ruhigen oder langsam fließenden Gewässern.
Grundangeln mit Laufblei
Das Blei kann frei auf der Schnur gleiten – so spürt der Aal beim Biss kaum Widerstand. Ideal für vorsichtige Fische oder weiche Böden. Auch hier erfolgt die Bissanzeige über Rutenspitze oder Bissanzeiger.
Posenangeln auf Aal
In flachen Gewässern oder über Krautfeldern lässt sich der Köder schwebend unter einer Pose präsentieren – so bleibt er frei von Hindernissen und für Aale sichtbar. Knicklichter oder leuchtende Posen sorgen für Sichtbarkeit in der Dunkelheit.
Ansitzangeln vom Boot
Vom verankerten Boot aus lassen sich schwer erreichbare Plätze – etwa tiefe Rinnen oder Uferunterspülungen – gezielt befischen. Präzise Köderpräsentation ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Tipp: Bei allen Methoden ist eine zuverlässige Bissanzeige entscheidend, da Aale den Köder häufig zögerlich aufnehmen und ihn sonst tief schlucken.
Angelgerät und Zubehör für Aalangler
Das Angelgerät für den Aal muss robust, aber feinfühlig genug sein, um auch zaghafte Bisse sicher zu erkennen:
Aalruten
Geeignet sind kräftige Grund- oder Allroundruten mit Längen von 2,70 bis 3,60 m und einem Wurfgewicht zwischen 40 und 120 g. Wichtig: ein sensibler Spitzenteil zur Bisserkennung und genug Rückgrat, um den Aal aus Hindernissen zu ziehen.
Aalrollen
Stationärrollen der Größe 4000 bis 6000 mit stabilem Getriebe, zuverlässiger Bremse und ggf. Freilauffunktion sind optimal. Die Rolle sollte ausreichend Schnur fassen und auch kraftvolle Fluchten gut kontrollieren können.
Schnur zum Aalangeln
Gängig ist eine monofile Hauptschnur mit 0,30–0,40 mm Durchmesser – abriebfest und mit etwas Dehnung zur Pufferung im Drill. Als Vorfach eignen sich robuste Mono- oder Fluorocarbon-Schnüre (0,30–0,45 mm).
Aalhaken
Zum Einsatz kommen stabile Einzelhaken mit kurzem Schenkel und weitem Bogen (Größe 1–6) – ideal für große Köder wie Würmer oder Köderfischfetzen. Wichtig: gute Hakenqualität und scharfe Spitzen.
Bleie
Je nach Strömung und Gewässertyp: Birnen-, Sarg- oder Krallenbleie in Größen zwischen 20 und 80 g.
Köder fürs Aalangeln
Naturköder sind beim Aalangeln unangefochten die Nummer eins – besonders solche mit intensivem Geruch:
- Tauwürmer und Rotwürmer – als Einzelköder oder in Bündeln am Haken.
- Köderfische – klein, tot oder lebend; auch als Fetzen sehr fängig (z. B. Grundeln, Rotaugen, Makrelen, Sardinen)
- Fischinnereien – vor allem von öligen Fischarten
- Garnelen – frisch oder tiefgefroren, ebenfalls sehr beliebt
Wichtiges Zubehör für Aalangler
- Rutenhalter (Banksticks oder Erdspeere)
- Bissanzeiger – mechanisch oder elektronisch, ideal mit Lichtsignal
- Aaltöter – für waidgerechtes Töten
- Aalgreifer oder Lappen – zum sicheren Festhalten
- Köderboxen, Eimer, Messer, Stirnlampe
- Abhakzange – für tief geschluckte Haken
- Wetterfeste Kleidung – für lange Nächte am Wasser
Fazit: Aalangeln – spannend, traditionell und lohnenswert
Aalangeln ist eine besonders reizvolle Form des Angelns – mit Ruhe, Spannung und der Chance auf einen kampfstarken und schmackhaften Zielfisch. Wer Geduld, die passende Ausrüstung und ein Gespür für den richtigen Spot mitbringt, hat auch in der Nacht beste Fangchancen.











Trusted Shops Käuferschutz 







































